Du gehst mit fünf Hunden wandern, einer verletzt sich, kann nicht weiterlaufen… was tust du?
Wie sind deine Kenntnisse in Erster Hilfe für einen Hund?
Der Weg fiel steil bergab. Steinig, schmal, an manchen Stellen kaum breiter als ein Wanderschuh. Ich war mal wieder mit meiner ganzen Bande unterwegs, zusammen mit vielen Hundefreunden, noch mehr Fellnasen, Zelten, Wohnwagen, Grillstation und mittendrin zwei Wanderungen durchs Höllental. Aber dieser eine Abschnitt hatte es in sich. „Schwer begehbarer Weg“ stand auf dem Schild. Über große und kleine, teils glatte Steine ging es hoch, aber teils auch gleich wieder runter. Ich sah, wie mein blinder Aragorn sich seinen Weg – relativ sicher – zwischen den Felsen suchte. Vorsichtig, Pfote für Pfote, und trotzdem hielt ich für einen Moment die Luft an.
Was, wenn er jetzt umknickt? Hier, so weit weg vom nächsten Tierarzt?
Oder einer der freilaufenden Hunde – bei mir in diesem Moment Dorie und Mio – den Hang hinunter rutscht?




„Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir sowas mal erleben“
Es ist nichts passiert. Gar nichts. Wir kamen, zwar etwas von Brennnesseln gepisakt und müde, aber glücklich und zufrieden, am Ziel an. Und trotzdem ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los, denn was Tierärzte wohl immer wieder zu hören bekommen ist: „Ich hätte nie gedacht, dass es meinen Hund mal trifft.“ Wir alle denken wohl so… bis es dann doch passiert. Denn Erste Hilfe oder gar ein Notfall fragen nicht nach Alter, Rasse oder Gesundheit. Es kommt einfach. Am liebsten genau dann, wenn du am wenigsten damit rechnest.
Mitten im Wald zum Beispiel.
Dagegen hilft nur eins: sich vorher damit beschäftigen. Einmal richtig, in Ruhe und bevor es ernst wird. Deshalb teile ich heute fünf Dinge rund um Erste Hilfe mit dir, die bei mir immer dabei sind oder zählen – gerade, wenn ich mit mehreren Hunden unterwegs bin.


Meine 5 Tipps für den Notfall
Tipp 1: Übe, dass deine Hunde sich auch von Fremden halten/führen lassen
Stell dir vor, du bist allein mit deiner Hundebande unterwegs. Einer verletzt sich. Ab jetzt zählt nur noch dieser eine Hund. Aber was ist mit den anderen? Wer hält sie? Wer beruhigt sie? Hast du jemanden dabei, der einspringt? Wunderbar! Aber oft bist du eben allein. Und dann musst du vielleicht einen wildfremden Menschen um Hilfe bitten. Genau das sollten deine Hunde vorher üben. Sie müssen nicht jeden mögen, sie sollten aber akzeptieren, dass in so einem Moment mal nicht du zuständig bist, sondern jemand anderes. Und dass das in Ordnung ist.
Tipp 2: Taschenmesser und/oder Gurtschneider
Zuhause hast du deine Hausapotheke, aber unterwegs? Da reicht ein winziges Taschenmesser am Schlüsselbund. Damit schneidest du im Notfall Streifen aus deinem T-Shirt oder Unterhemd für einen improvisierten Verband oder eine Maulschlinge. Neben dem Handy und meinem GPS ist das für mich das Wichtigste, das mit auf Wanderungen geht. Genauso wie ein Notfall-Gurtschneider, der seit einiger Zeit in meinem Rucksack liegt. Denn dieser trennt im Notfall nicht nur jeden Seat Belt (ich habe auch einen griffbereit im Auto liegen), sondern auch jede Leine oder jedes Geschirr, das sich eventuell extrem stramm irgendwo verheddert hat. Mein Set habe ich hier gekauft, falls du auch darüber nachdenkst, dir diesen kleinen Helfer zu holen.


Tipp 3: Die Maulschlinge vorher üben
Ich weiß, das klingt hart. Aber jeder Hund kann beißen, wenn er starke Schmerzen hat oder in Panik gerät. Auch deiner. Auch meiner.Und wenn dein Hund dich verletzt, kannst du ihm nicht mehr helfen. Eigensicherung geht immer vor. Übe mit deinen Fellnasen deshalb in ruhigen Momenten, eine Maulschlinge zu akzeptieren, denn dann ist sie im Ernstfall kein zusätzlicher Schock.
Tipp 4: Eine blaue IKEA-Tüte
Ja, du liest richtig. So eine große, blaue Tüte lässt sich winzig zusammenfalten und passt in jede Tasche. Schneide vier Löcher hinein, für die vier Beine, und schon hast du eine Stütze, die deinem Hund beim Laufen hilft. Einen kleinen Hund kannst du sogar komplett darin tragen. Klingt verrückt, funktioniert aber! Und du musst keine IKEA-Filiale in deiner Nähe dafür suchen 👍
Tipp 5: Alternative zum klassischen Druckverband
Und dann habe ich noch etwas, das mich richtig überzeugt hat! Den klassischen Druckverband kennst du bestimmt: Kompresse, Druckkörper, Verband – alles einzeln. Das mit zittrigen, vielleicht blutigen Fingern sauber auszupacken, ist gar nicht so leicht. Es gibt eine viel einfachere Lösung: die Emergency Bandage, ursprünglich fürs Militär entwickelt. Hier sind Kompresse und Druckkörper schon fest eingebaut. Du reißt die Vakuumverpackung auf, legst an – fertig. Und das Beste: Sie funktioniert für Hund und Mensch. Wenn du für deinen nächsten Ausflug vorsorgen willst, findest du die Emergency Bandage (auch „Israeli Bandage“ genannt) hier – ich habe ebenfalls zusätzlich zum Wanderrucksack je ein Exemplar der Bandagen im Auto, im Haus und draußen liegen, um im Ernstfall sofort gewappnet zu sein.
Pack dir am besten heute schon eine in den Rucksack. Dann liegt sie da.
Und du hoffst, sie nie zu brauchen.

Vertrauen ist alles
Für Wanderungen über Stock und Stein braucht es übrigens nicht nur Erste Hilfe- oder Notfalltipps, sondern auch eine vertrauensvolle Basis zwischen Mensch und Hund. Bindung ist euer Sicherheits-Seil, sie entsteht aus Vorhersehbarkeit, Fairness, gemeinsamen Erfolgen und respektvoller Kommunikation.
Falls du meinen Trainingsratgeber „In 7 Tagen zu mehr Vertrauen und Bindung“ noch nicht kennst, kannst du ihn dir hier kostenfrei herunterladen.
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AUTORENBOX
Hi, ich bin Christine Ströhlein – Hundetrainerin, Buchautorin und leidenschaftliche Mehrhundehalterin. Mit meiner eigenen Hundefamilie (mehrere Windhunde aus dem spanischen Tierschutz) und der Erfahrung aus über 45 Pflegehunden weiß ich, wie herausfordernd – und wie wunderschön – das Leben im „Rudel“ sein kann. Ich helfe dir, Spannungen zu erkennen, klare Strukturen aufzubauen und wieder mehr Gelassenheit in euren Alltag zu bringen – bedürfnisorientiert, fair und praxisnah, ohne Druck und ohne Dogmen.
Denn: „Harmonie im Rudel ist das Ergebnis liebevoller Führung.“
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